Symposium an der Schola Cantorum Basiliensis

Praxis und Theorie der Improvisation im 17. und 18. Jahrhundert

Eine Kooperation von Bach-Archiv Leipzig und Schola Cantorum Basiliensis

Montag, 19. März 2018

Musik-Akademie Basel, Kleiner Saal

13:00 Eröffnungskonzert der Forschungsgruppe Basel für Improvisation

14:00 Begrüssung – Thomas Drescher

14:15 Vorstellung des Compendium Improvisation – Markus Schwenkreis
«Die Regeln alleine können euch in keiner Kunst zu Doctores machen»

15:30 Vortrag und Workshop – Rudolf Lutz (St. Gallen)
Blütenlese bei Johann Sebastian Bach

 

Dom zu Arlesheim

19:30 Abendkonzert
Emmanuel Le Divellec an der historischen Johann-Andreas-Silbermann-Orgel (1761)
(in Kooperation mit den Domkonzerten Arlesheim)

 

Dienstag, 20. März 2018

Musik-Akademie Basel, Kleiner Saal

10:00 Morgenkonzert der Master-Studierenden im Fach Improvisation
Sofija Grgur und Nathan Mondry

11:00 Vortrag und Workshop – Sven Schwannberger
Die Fundamenta der Lautten-Musique (Prag KK.51): Vermittlungswege zwischen Komposition und Improvisation bei schlesischen Lautenisten zwischen Reusner, Logy und Weiß

12:00 Vortrag und Workshop – Dirk Börner
Gottfried Kirchhoffs »L‘A. B. C. Musical«

14:30 Vortrag und Workshop – Nicola Cumer
Suonar di Fantasia im frühen 17. Jahrhundert

15:30 Vortrag und Workshop – Gaël Liardon (Lausanne)
Pachelbel, maître de musique de la famille Bach

17:00 Vortrag – Michael Maul (Bach-Archiv Leipzig)
Jacob Adlungs «Anweisung zum Fantasieren» und ihr Kontext

 

Predigerkirche

20:15 Abendkonzert
Rudolf Lutz (Orgel)

 

Mittwoch, 21. März 2018

Musik-Akademie Basel, Kleiner Saal

9.30 Vortrag und Workshop – Peter Wollny (Bach-Archiv Leipzig) und Jörg-Andreas Bötticher
Spielen nach Ziffern – Improvisation und Continuo-Praxis bei Bach

10.30 Vortrag – Markus Zepf (Bach-Archiv Leipzig)
Mitteldeutsche Orgeln zur Zeit Johann Sebastian Bachs in der Beschreibung von Jacob Adlung und Johann Lorenz Albrecht

 

Kartäuserkirche

12.15 Mittagskonzert
Literatur und Improvisationen rund um Adlung – Studierende der SCB

14.30 Vortrag und Workshop – Christine Blanken (Bach-Archiv Leipzig) und Emmanuel Le Divellec
Choralbearbeitung für den Gottesdienst zwischen Improvisation und Komposition – Nürnberger Bach-Praxis des 18. Jahrhunderts auf dem Prüfstand

15.30 Vortrag und Workshop – Bernd Koska (Bach-Archiv Leipzig) und Markus Schwenkreis
Zur organistischen Improvisations- und Unterrichtspraxis um Bach und Adlung – neue Quellen, alte Fragen

17.00 Schlussgespräch

 

 

Referenten

Jörg-Andreas Bötticher (Basel), Gaël Liardon (Lausanne), Rudolf Lutz (St. Gallen)
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bach-Archivs Leipzig: Christine Blanken, Bernd Koska, Michael Maul, Peter Wollny, Markus Zepf
FBI – Forschungsgruppe Basel für Improvisation: Dirk Börner, Nicola Cumer, Emmanuel Le Divellec, Sven Schwannberger, Markus Schwenkreis

 

Eintritt zur Tagung und zu den Konzerten frei

 

Auskunft und Anmeldung
Markus Schwenkreis
markus.schwenkreis@fhnw.ch
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Musik-Akademie Basel, Schola Cantorum Basiliensis
Leonhardsstrasse 6, CH-4051 Basel
www.fhnw.ch/schola-cantorum-basiliensis

Anmeldung erwünscht, Änderungen vorbehalten

 

Veranstaltungsorte

Dom zu Arlesheim, Domplatz 14, 4144 Arlesheim
Kartäuserkirche, Theodorskirchplatz 7, 4058 Basel
Kleiner Saal, Musik-Akademie Basel, Leonhardsstrasse 6, 4051 Basel
Predigerkirche, Totentanz 19, 4051 Basel
 

Das Compendium Improvisation

Nach längerer Entstehungszeit liegt das Compendium Improvisation nun bald in gedruckter Form vor. Der umfangreiche Band mit 26 Artikeln, einem Umfang von ca. 400 Seiten und über 600 Notenbeispielen präsentiert wichtige Quellentexte zur Improvisationspraxis des 17. und 18. Jahrhunderts für den Unterricht auf historischen Tasteninstrumenten. Das Werk vereint in sich Impulse der neueren Musiktheorie ebenso wie die – in stetiger Weiterentwicklung befindlichen – methodischen Ideen und Konzepte seiner Autoren.

Die einzelnen Artikel des Compendiums eröffnen möglichst unterschiedliche Zugänge zur stilgebundenen Improvisation, deren methodische Ideen an historischen Vorbildern verifiziert und belegt sind. Dabei verfolgt die Sammlung jedoch nicht das utopische Ziel, eine konsequent aufgebaute Improvisationsschule zu formulieren. Im Bewusstsein, dass die Buchform einer «Verlebendigung» durch den Dialog zwischen Lehrer und Schüler bedarf, sollen im diesjährigen Symposium den Zuhörerinnen und Zuhörern ausgewählte Artikel des Compendiums in praktischen Workshops vorgestellt werden.

Einen eben solchen «Blick ins Klassenzimmer» erlaubt uns auch die lang verschollen geglaubte, von Jacob Adlung (1699–1762) verfasste «Anweisung zum Fantasiren», von der das Bach-Archiv Leipzig vor kurzem eine zeitgenössische Abschrift aus antiquarischen Beständen erwerben konnte. Dieses Manuskript, das zu den wenigen schriftlichen Quellen zur Methodik und Praxis der Orgelimprovisation im 18. Jahrhundert zählt und einen Einblick in die Vermittlung von Satzmodellen und deren Figuration im Fantasier-Unterricht der Zeit gibt, soll an diesem Symposium erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Das Datum des Schlusstages ist in mehrerlei Hinsicht Programm: Ebenso wie die letzten Seiten des Adlung’schen Manuskripts stellt der Geburtstag Johann Sebastian Bachs den Bezug zu einem der grössten Improvisatoren der Musikgeschichte her. Folgerichtig kommen an diesem Tag vor allem wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bach-Archivs Leipzig zu Wort. Es wird aber nicht bei der «theoretischen» Präsentation neuester Forschungsergebnisse bleiben. Vielmehr sollen ausgewählte Inhalte ihrer Vorträge in begleitenden Workshops unmittelbar in der improvisatorischen Praxis erprobt werden.

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